Quasiperpetuum: Ein vorgeschlagener neuer Begriff und warum die Physik einen blinden Fleck hat
Seit Milliarden Jahren rotieren Planeten, Sterne und Galaxien durch den Raum – nicht perfekt, nicht ewig, aber so stabil, dass sie wie ein eigenes Zeitmaß wirken. Die klassische Physik ordnet solche Systeme jedoch in ein strenges Raster ein: Entweder verlieren sie Energie und kommen irgendwann zum Stillstand, oder sie wären ein unmögliches Perpetuum mobile.
Diese Dichotomie lässt eine ganze Klasse realer Bewegungen unsichtbar werden. Die Erde verliert zwar Rotationsenergie, doch die Abbremsung ist so gering, dass sie erst über geologische Zeiträume hinweg messbar wird. Auch die Milchstraße dreht sich mit einer Stabilität, die weit über jede menschliche Zeitskala hinausreicht. Solche Systeme sind weder ideal noch kurzlebig – sie liegen dazwischen.
Das Quasiperpetuum beschreibt genau diese Zwischenform. Es benennt Bewegungen, die nicht unendlich sind, aber so langlebig, dass sie für jede menschliche Perspektive als dauerhaft erscheinen. Ihre Stabilität entsteht nicht durch Perfektion, sondern durch hohe Trägheit, minimale Reibung und selbstorganisierte Dynamik.
Der Begriff macht sichtbar, was die Natur tatsächlich hervorbringt: Dauer ohne Unendlichkeit, Stabilität ohne Vollkommenheit. Er lädt dazu ein, physikalische Kategorien zu hinterfragen, die das Unmögliche überhöhen und das Erstaunliche übersehen.
Das Quasiperpetuum erinnert daran, dass Wirklichkeit oft reichhaltiger ist als ihre Modelle – und dass die Natur ihre eigenen Formen von Dauer kennt.